ARCHIVIERTE NACHRICHTEN DES SCHÜTZENKREIS BIRKENFELD e.V.
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Großkaliberkönigschießen 2021

Aufgrund der Coronapandemie war der Wettkampf um die Königswürde des Schützenverein zu Ruschberg die erste sportliche Veranstaltung dieses Jahres. Um der außergewöhnlichen Situation Rechnung zu tragen wurde der zu zerschießende Holzadler zunächst mit einer Impfspritze immunisiert und mit medizinischem Mund- Nasenschutz versehen. So ausgerüstet begann der im Verlauf an weiteren Kuriositäten reiche Wettkampf um 14:00 Uhr.

Jeweils zwei Teilnehmer schießen mit großkalibrigen Pistolen abwechselnd auf bestimmte Teile des Adlers. Absicht ist es dabei die jeweilige Trophäe so zu schwächen, dass sie schließlich herunterfällt.

Zunächst war die Linke Schwinge das Ziel der Begierde. Mit dem 182. Schuss, abgegeben nach fast einer Stunde von Fabian Fuchs, fiel diese endlich zu Boden. Etwas mehr, nämlich 196 Schuss, waren für die Rechte Schwinge erforderlich. Der glückliche Gewinner war Nils Zwick. Obwohl das nächste Ziel, das Zepter, erheblich kleiner als die Schwingen ist, wurden dafür die fast gleiche Anzahl Patronen benötigt. Es war der 189. Schuss, geschossen von Mario Schäfer, der das Teil endlich zu Fall brachte. Der Reichsapfel fiel auf eine ganz spektakuläre Weise. Das durch die Treffer geschwächte Teil verdrehte sich um 90 Grad, fiel aber nicht herunter. Den entscheidenden und präzisen 94. Schuss setzte Rainer Raub und sicherte sich damit die Trophäe.

Um die Königswürde zu erlangen ist es erforderlich den Rumpf des Adlers vollständig von der Stange zu schießen. Hierbei kam es dann zur zweiten Kuriosität des Tages. Der aus einem Stück gefertigte Holzadler zerfiel in zwei Teile. Das Teil oberhalb der Befestigungsschraube fiel infolge der Schwerkraft zu Boden. Der untere Teil des Rumpfes blieb aber hängen. Erst mit dem 207. Schuss, gefeuert von Heiko Müller, gab dann auch dieses seinen Widerstand auf und plumpste herunter.

Insgesamt waren 868 Patronen unterschiedlichster Kaliber erforderlich gewesen um den Holzadler zu zerlegen und damit den neuen Großkaliberschützenkönig zu küren. Es war bereits dunkel geworden als der Spaß um 18:40 Uhr sein Ende fand. Soviel Munition und Zeit war noch nie gebraucht worden.

Zum Abschluss eines Königschießens gehört auch immer ein gemütlicher Teil. Dazu wurden, wie es in unserer Gegend Brauch ist, „Steckcher“ und Salate gereicht. Selbstverständlich hat der neue Schützenkönig ein Fass Bier dazu spendiert.

 

Von Links: Mario Schäfer, Fabian Fuchs, Schützenkönig Heiko Müller, Nils Zwick, Rainer Raub